>> Aktuelles >> Presse-Mitteilungen



 

DWV-Pressemitteilung 05/1999
 
 

Bayerns Wirtschaftsminister eröffnet heute die Tankstelle von morgen
Jetzt gibt es am Flughafen München flüssigen Wasserstoff

Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu nahm heute am Flughafen München zusammen mit den Vorständen von 13 namhaften Firmen eine Wasserstoff-Tankstelle in Betrieb. Es ist weltweit die erste derartige Einrichtung, die Wasserstoff nicht nur als komprimiertes Gas, sondern auch als tiefkalte Flüssigkeit abgibt. (Eine reine Gastankstelle gibt es seit Januar in Hamburg.)

Wiesheu nannte Wasserstoff den "Energieträger der Zukunft" und hob die Vorreiterrolle Bayerns auf diesem Gebiet hervor. Der Freistaat fördert Wasserstoff und Brennstoffzellen seit Jahren in weit größerem Umfang als die anderen Bundesländer oder der Bund.

Die PKW-Tankstelle ist vollautomatisch: der Fahrer verläßt sein Fahrzeug gar nicht mehr, sondern schiebt nur noch eine Kennkarte in ein Gerät. Alles übrige erledigt der Tankroboter. Das erhöht nicht nur den Komfort, sondern auch die Sicherheit, weil Fehlbedienungen so gut wie unmöglich sind.

Das Projekt am Flughafen München führt die gesamte Kette der Technologie vor, von der Elektrolyse mit erneuerbaren Primärenergien bis zum Endverbrauch in PKW und Vorfeldbussen. Dabei sollen Erkenntnisse über die Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit von Wasserstoff als Energieträger gewonnen werden. Seine Erzeugung durch Elektrolyse an Ort und Stelle gehört zum Projekt. Die Investitionen in Höhe von 34 Millionen DM kommen zur Hälfte aus der bayerischen Staatskasse, zur anderen Hälfte von den Industriepartnern. Dabei handelt es sich um Aral, BMW, FMG, GHW, Grimm, HDW, IAW, Linde, MAN-Nutzfahrzeuge, MAN-Technologie, Mannesmann, Neoplan und Siemens; dazu kommt die sicherheitstechnische Begleitung durch den TÜV Bayern.

Die Infrastruktur gilt neben den Kosten als Schlüsselproblem bei der Einführung alternativer Energieträger oder Techologien. Die Tankstellen in Deutschland haben daher weltweit Aufmerksamkeit gefunden. Ein "Bundes-Wasserstoffprogramm" wie etwa in den USA gibt es aber hier nicht.

Herausgegeben vom Deutschen Wasserstoff-Verband e.V. (DWV), Berlin
V. i. S. d. P.: Dr. Ulrich Schmidtchen, Berlin

05.Mai 1999

       
 

Pressemeldung als pdf

   

Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV), Berlin