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DWV-Pressemitteilung 04/2000
 
 

Wasserstoff kommt - Staat und Wirtschaft müssen schnell handeln
Dr. Rolf Ewald, Vorsitzender des Deutschen Wasserstoff-Verbandes

Die absehbare Erschöpfung der Ressourcen und ökologische Probleme erzwingen den Übergang zu erneuerbaren Energien, meist in Form von Strom. Für die Speicherung und ggf. den Transport ist ein puffernder Energieträger nötig, dessen Aufgabe vernünftigerweise nur Wasserstoff erfüllen kann.

Das erklärte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Wasserstoff-Verbandes Dr. Rolf Ewald am 05. September vor der Wissenschaftspressekonferenz in Bonn. Der Deutsche Wasserstoffverband besteht seit 1996. Er hat 29 korporative und 115 persönliche Mitglieder. Seit diesem Jahr gibt es auch einen europäischen Verband.

Die Wasserstoffära bricht bereits an. Eine Reihe von Ländern (USA, Japan, Italien, Island, China, Deutschland) beschäftigen sich intensiv mit der Thematik. Alle großen Automobilhersteller arbeiten am Wasserstoffantrieb. Dabei baut BMW auf die bewährte Technologie des Verbrennungsmotors. Die meisten anderen Automobilhersteller bevorzugen die Brennstoffzelle. DaimlerChrysler hat sich in diesem Bereich zusammen mit Ballard wirtschaftlich in der Größenordnung von mehreren hundert Millionen US-Dollar engagiert.

Die Wasserstofferzeugung mit einer kleinen zusätzlichen chemischen Fabrik an Bord von Automobilen zur Reformierung von Methanol funktioniert heute schon; allerdings ist ein solches Fahrzeug noch rund 300 kg schwerer als ein Benzinfahrzeug. Serienautos sind für 2004/2005 angekündigt. An einer Direkt-Methanol-Brennstoffzelle wird an vielen Stellen intensiv gearbeitet.

Auch die öffentlichen Transportunternehmen bereiten sich auf Wasserstofffahrzeuge vor. Und auch für Energieversorgungs-Unternehmen ist Wasserstoff direkt oder indirekt der zukünftige Brennstoff. Sie arbeiten intensiv an der Entwicklung von stationären Brennstoffzellen-Kraftwerken. Diese nutzen Energie besser aus; ihre Technik ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Energieeffizienz.

Handlungsbedarf in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

In Wirtschaft, Politik und Gesellschaft besteht Handlungsbedarf, denn die Wasserstoff-Zukunft muß bekannt gemacht werden. Es gilt klarzumachen, daß der Wandel von fossilen Brennstoffen zu Wasserstoff kurz bevorsteht. Jetzt ist die Politik gefragt, Rahmenbedingungen zu setzen, die den engagierten Unternehmen mittel- und langfristig die Sicherheit geben, auf der richtigen Fährte zu sein.

Zweckmäßig ist ein 100 000-Keller-Programm

Systemorientierte Projekte, die zur Markteinführung notwendig sind, müssen staatlich gefördert werden, damit zunächst Erfahrungen gesammelt werden können - sowohl auf dem mobilen wie im stationären Bereich der Hausheizungen. Zweckmäßig ist nicht nur ein 100 000-Dächer-Programm, sondern auch 100 000-Keller-Programm.

Schnelles Handeln bringt schnellen Nutzen.

Herausgegeben vom Deutschen Wasserstoff-Verband e.V. (DWV), Berlin
V. i. S. d. P.: Dr. Ulrich Schmidtchen, Berlin

07.September 2000

       
 

Pressemeldung als Doc

   

Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV), Berlin