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Leitartikel der DWV-Mitteilungen
 
 
DWV-Leitartikel

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Ausgabe 4/2012

Das Nicht-Ereignis


Sie alle haben ja wohl am 6. Mai, dem Sonntag vor der Mitgliederversammlung, eine Gedenkminute von angemessener Feierlichkeit und Ergriffenheit eingelegt. Was – haben Sie nicht? Und Sie wüssten auch gar nicht, warum? Ist denn das zu fassen, das war doch der 75. Jahrestag des Hindenburg-Unglücks in Lakehurst! Und das hat keiner mitgekriegt?

Ja, es sieht ganz so aus. Aber machen Sie sich keine Vorwürfe: ich habe es selbst total verpasst. Ich bin erst durch einen Anruf des Kollegen Peter Hoffmann aus den USA einige Tage danach wieder drauf gekommen. Er wollte wissen, ob eigentlich bei uns in Germany genau so wenig Rummel um diesen Jahrestag gemacht worden sei wie bei ihm in den States. Vor fünf Jahren sei noch eine ganze Menge dazu in den Zeitungen usw. erschienen, aber dieses Mal war Fehlanzeige.

Nun, das will schon etwas heißen. Es scheint, dass die Beschäftigung mit diesem Ereignis in den USA weit beliebter ist als bei uns. Auf unserer Internet-Präsenz stellen wir ja einen längeren Text dazu in Deutsch und Englisch zur Verfügung; regelmäßig konnten wir über Jahre hinweg bei einer Kontrolle der Statistiken feststellen, dass die englische Fassung zu den beliebtesten englischsprachigen Dateien überhaupt gehörte, während die deutsche ein ausgesprochenes Schattendasein führte. Nur zu Anfang des vergangenen Jahres war das mal anders, als im Fernsehen ein zweiteiliger Historienschinken zu dem Thema lief.

Diese Entwicklung können wir nur begrüßen. Sie belegt, dass das Image von Wasserstoff als Energieträger, besonders als Kraftstoff, zunehmend besser wird und er für die Allgemeinheit immer weniger eine aufregende Besonderheit ist, sondern Teil des Alltags wird. Das zeigen auch die verschiedensten sozialwissenschaftlichen Untersuchungen, die in Deutschland, aber auch anderswo in unterschiedlichen Teilen der Welt durchgeführt worden sind.

Sicher, ganz tot kriegen wir die Sache nie. Zu verlockend ist die Kombination von ungelösten Rätseln, Verschwörungstheorien, High-Tech von damals, bösen bösen Nazi-Schurken und wer weiß was noch alles. Praktische Wirkung hat das alles heute kaum noch. Die Anzahl der Leute, denen zum Stichwort „Wasserstoff“ spontan der Begriff „Hindenburg“ oder „Zeppelin“ einfällt, ist gering und wird schon aus biologischen Gründen immer kleiner. Das ist doch wirklich eine erfreuliche Nachricht.

Und sollten wir eines Tages in der wohl noch nicht so nahen Zukunft vor dem drängenden Problem stehen, uns einen Wasserstoff-Gedenk- und Feiertag aussuchen zu müssen, dann wird es sicherlich nicht der 6. Mai sein. us

     
 

 

   

Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV), Berlin