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DWV-Leitartikel

Ausgabe 5/2009
Die Wasserstoff-Welt zu Gast bei Freunden
Die 18. Welt-Wasserstoff-Konferenz (WHEC) am 16.-21. Mai 2010 in Essen wirft Ihre Schatten voraus. Auch wenn es bis zum Start der Konferenz noch fast 9 Monate dauert, so hat doch die Veranstaltung schon ihre erste Hürde genommen. Die Frist für die Einreichung der Vorträge und Poster-Präsentationen ist vorbei, und es sind insgesamt ca. 750 geworden. Das ist deutlich mehr, als bei realistischer Einschätzung zu erwarten gewesen wäre. Im Gegenteil: aufgrund der Wirtschaftskrise hatten viele Fachleute, die an der Vorbereitung beteiligt waren, wesentlich geringere Zahlen befürchtet, einerseits wegen Sparmaßnahmen in den Firmen, andererseits aber auch wegen des häufig geringeren Interesses an Umweltschutz und Nachhaltigkeit in wirtschaftlich schwachen Zeiten.
Die hohe Zahl der Einreichungen zeigt deutlich das hohe oder sogar zunehmende Interesse an Wasserstoff und Brennstoffzelle und ist wohl auch als Indikator für eine steigende Potenzialeinschätzung der Technologie zu bewerten.
Zurzeit arbeiten alle an der Vorbereitung Beteiligten an der Zuordnung der Beiträge zu den einzelnen Themenblöcken und Schwerpunkten. Insgesamt wird es mehr als 40 Sitzungen zu allen Details von Wasserstoff und Brennstoffzellen geben.
Dabei unterscheidet sich diese WHEC von den Vorgänger-Veranstaltungen in zwei wesentlichen Aspekten: waren frühere WHEC’s im Wesentlichen forschungsorientiert und auf den Wasserstoff fokussiert, so werden beide Schwerpunkte deutlich erweitert. An der Schwelle zur Markteinführung wird die Anwendung des Wasserstoffs einen breiten Raum einnehmen, und in diesem Zusammenhang wird auch die Brennstoffzelle wesentlich intensiver berücksichtigt.
Aber das sind nur die inhaltlichen Neuigkeiten der 18. WHEC. Auch im Umfeld wird sich vieles verändern. Die begleitende Ausstellung soll der zunehmenden Produktvielfalt von Wasserstoff- und Brennstoffzellen- Komponenten und –Systemen gerecht werden und wesentlich größere Umfänge annehmen. Dabei werden auch die meisten Kfz-Hersteller, die Wasserstoff-Versuchsflotten betreiben, ihre neuesten Pkws und Busse präsentieren. Auch Klein- und Sonderfahrzeuge werden vorgestellt. Nach der Konferenz werden technische Besichtigungstouren zu Herstellern von Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Produkten sowie zu Forschungseinrichtungen in der Umgebung von Essen angeboten.
Vor und auch während der Konferenz werden zahlreiche Treffen von internationalen Organisationen (z.B. IEA, IPHE, IAHE, PATH,…) und Projekten (Zero-Regio, Hyvolution), stattfinden, die sich alle ebenfalls mit Wasserstoff beschäftigen.
Für Schüler und Studenten wird ein spezieller „Students’ Day“ angeboten, bei dem der jüngeren Generation die Möglichkeit geboten wird, sich mit den Perspektiven des Wasserstoffs vertraut zu machen. Auch die gesamte Bevölkerung soll wesentlich stärker als bei früheren Veranstaltungen einbezogen werden, z. B. durch intensive Pressearbeit, Busse im öffentlichen Nahverkehr, Ausstellungsbesuch etc. Dies geschieht auf besonderen Wunsch der Landesregierung in NRW, die auch darüber hinaus die WHEC in Essen hervorragend unterstützt und die auch dafür sorgen wird, dass die Themen und Ergebnisse der Konferenz intensiv in die Politik hineingetragen werden.
Insgesamt wird die 18. WHEC in Essen das internationale Ereignis des Jahres 2010 zu Wasserstoff und Brennstoffzelle sein mit einem breiten Angebot zur Information und Kommunikation. Das große fachliche Interesse ist auf internationalem Niveau mit einer Vielzahl von Beiträgen bereits erreicht. Wir dürfen stolz darauf sein, dass dieses Ereignis in Deutschland stattfindet.
Tun wir das Unsrige dazu, damit sich die Wasserstoff-Welt zu Gast bei Freunden fühlt.
Johannes Töpler
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