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DWV-Information Nr. 2 |
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Die Zukunft mit Wasserstoff beginnt heute |
Erklärung von Dr.-Ing. Rolf Ewald, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoff-Verbandes, anläßlich der Fachtagung "Energie der Zukunft: Wasserstoff" der Landtagsfraktion der SPD Bayern am 6. Oktober 1997 in München |
Einleitung
Unsere Welt, unsere technisierte Gesellschaft funktioniert durch heute noch reichlich sprudelnde Energiequellen. Ohne diese würden wir in vorindustrielle Verhältnisse zurückfallen. Wenn wir den Stand unserer Zivilisation halten und auch andere daran teilhaben lassen wollen, müssen wir etwas dafür tun!
Die Gründe sind bekannt:
bei immer stärker wachsendem Energiebedarf infolge von Bevölkerungswachstum und steigendem Lebensstandard.
So weit herrscht im Prinzip Einigkeit. Kaum jemand bestreitet ernsthaft die Zusammenhänge. Doch unterschiedlich sind z. T. die Meinungen zu den Fragen nach den Konsequenzen:
1. Wer muß handeln?
Die Gruppen der Gesellschaft, die Vorkehrungen gegen eine katastrophale Energie- und Umwelt-Entwicklung treffen könnten, neigen zum Ignorieren und Verniedlichen; gängig ist der Hinweis auf die Reichweiten der Energievorräte. Die Zurückhaltung ist kein Wunder:
Allein jedoch die Politik kann und muß der Motor sein für langfristig orientierte Entscheidungen zur Zukunftssicherung.
2. Was muß getan werden?
Die Politiker (= la classe politique) müssen in der Energie- und Umweltfrage nicht nur "etwas tun", sondern als Elite die Führung der Gesellschaft übernehmen; sie müssen Energie und Umwelt zu einer gesamtgesellschaftlichen nationalen und internationalen Aufgabe machen.
Beispiele dafür, daß so etwas erreichbar ist, kennen wir aus der Vergangenheit:
Es müssen
Der sachliche Inhalt der Vision und des Programms zu ihrer Durchsetzung soll hier nicht im einzelnen erörtert werden. Zwei Dinge scheinen jedoch sicher:
Beim Gedanken an die Zukunft sollten wir nicht vergessen, daß Wasserstoff schon in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle in der Energiewirtschaft gespielt hat und noch spielt:
Zahlreiche und unterschiedliche Techniken für Produktion und Anwendung des Wasserstoffs umgeben uns schon heute.
Während der bereits angelaufenen Phase der allmählichen Einführung der regenerativen Energiequellen können und sollten als Übergangsstrategie die Möglichkeiten genutzt werden, mit Wasserstoff Energie zu sparen und/oder durch Einsatz von Wasserstoff Umweltbelastungen zu reduzieren. Besonders eignet sich hier der Verkehrssektor. Genannt seien
Die Wasserstoffanwendungen im Rahmen der Übergangsstrategie basieren vorerst auf den konventionellen, d. h. meist fossilen Energiequellen. Sie bereiten jedoch aktiv den Weg für die regenerativen Primärenergien.
Für beide - regenerative Energiequellen und den Energieträger Wasserstoff - muß die Entwicklung vorangetrieben werden.
Und damit zur 3. Frage:
3.: Wann muß damit begonnen werden?
Die Antwort ist einfach: "jetzt!"
Die Verantwortung für die Zukunftssicherung gebietet dies.
Zunächst ist natürlich der sparsame Umgang mit den begrenzten fossilen Ressourcen geboten, um den Zeitpunkt der kritischen Energie- und Umweltsituation möglichst weit hinauszuschieben. Das kann jedoch nur einen Zeitgewinn, nicht die Vermeidung des Kollaps bedeuten.
Deshalb ist sofort und mit aller Kraft das Vorantreiben der Energietechnologien der Zukunft erforderlich. Heute läßt unsere wirtschaftliche Stärke und der Überfluß konventioneller Energien das noch zu.
Andere Länder wie USA, Japan und Kanada gehen auf diesem Wege schon voran.
Daß deutsche Bereitschaft zum sofortigen Handeln zumindest in Bayern besteht, davon zeugt auch die heutige Veranstaltung.
Der Deutsche Wasserstoff-Verband begrüßt diese Initiative ausdrücklich und ruft alle in politischer Verantwortung stehenden auf, rechtzeitig, d. h. jetzt zu handeln.
Wenn wir - im Sinne der einleitenden Bemerkungen - nur noch Pferd und Wagen und das Fahrrad zur Verfügung haben, wird es zu spät sein, neue Energiesysteme zu entwickeln.
DWV-Information Nr. 2 vom 6. Oktober 1997
Herausgegeben vom Deutschen Wasserstoff-Verband e.V. (DWV), Berlin
V. i. S. d. P.: Dr. Ulrich Schmidtchen, Berlin