Neues vom Wasserstoff
Bodensee
Der Bodensee soll in den kommenden zehn Jahren zu einem Zentrum der Brennstoffzellenerprobung in Deutschland werden. So soll am Seeufer eine Infrastruktur für Wasserstoff entstehen, über die Boote und Leichtfahrzeuge mit dem Brennstoff versorgt werden können. Bis zur Internationalen Gartenschau 2017 könnte dann im gesamten Bodenseeraum eine nennenswerte Anzahl von Brennstoffzellenfahrzeugen in Betrieb sein, hoffen die Initiatoren dieses so genannten Bodensee-Projekts. In dem Projekt sollen in drei Phasen schrittweise Boots- und Fahrzeugantriebe mit Leistungen von 2 bis über 50 kW entwickelt und erprobt werden.
Die Initiatoren kommen vom Kompetenz- und Innovationszentrum Brennstoffzellen Baden-Württemberg (KIBZ), der Hochschule Esslingen und dem Ingenieurbüro SWES in Stuttgart.

Opel
Wie Anfang Juli verlautete, will General Motors auf der Frankfurter Automobilausstellung im September den GM HydroGen 4 vorstellen. Zehn der Fahrzeuge sollen im nächsten Jahr in Berlin erprobt werden.

Keine Hexerei
Ford hat nach eigenen Angaben einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Fahrzeuge mit Wasserstoff und Brennstoffzelle aufgestellt. Der Ford Fusion Hydrogen 999 erreichte eine Geschwindigkeit von 333,6 km/h. Mehr als ein Jahr lang hat Ford an dem Auto gearbeitet, das auf dem Serienmodell basiert.
(Ford-Pressemitteilung vom 15. August 2007)

Eisenbahn
Die dänische Privatbahn VLTJ, deren Netz die kleinen Städte Vemb, Lemvig und Thyrborön in Jütland verbindet, will ihre Züge mit Wind und Wasserstoff antreiben. Die Region verfügt über viele Windturbinen. Aus Gründen des Netzausgleichs muss ein Teil des ungleichmäßig anfallenden Windstroms in eine speicherbare Form gebracht werden, etwa durch Elektrolyse in Wasserstoff. Im Rahmen eines EU-Projektes soll ein Zug mit Wasserstoffantrieb als Demonstrationsobjekt auf die Schienen kommen. Eine einzige der dortigen großen Windturbinen würde mehr als genug Strom liefern, um den Energiebedarf der Bahnlinie zu decken, die sich wegen ihrer überblickbaren Größe gut für den Versuch eignet. Kurzfristig steht auch Wasserstoff aus einer Chemieanlage zur Verfügung. Die technischen Detailfragen sind allerdings noch nicht geklärt, etwa die Stromspeichertechnik an Bord oder die Art der Brennstoffzelle. Die Beteiligten sind zuversichtlich, bis 2010 einen solchen Zug auf die Schiene setzen zu können.
(Tages-Anzeiger, 1. August 2007)

BMW
Im Verlauf der vergangenen vier Monate hat BMW seine Kleinserie in die Hände prominenter Testfahrer gegeben. Den Anfang machte Bundeswirtschaftsminister Glos. Zahlreiche Politiker und Industrielle folgten. Auch Schauspielgrößen wie Richard Gere und Sharon Stone ließen sich bei wichtigen Ereignissen in dem Auto vorfahren, ebenso Brad Pitt und Angelina Jolie oder Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck. Die russische Sopranistin Anna Netrebko fährt in diesem Sommer einen BMW Hydrogen 7 während ihrer Tournee durch Deutschland. Insgesamt haben die Prominenten mit den Autos inzwischen mehr als 2 Millionen km zurückgelegt (BMW-Pressemitteilung vom 26. Juli 2007). Auch Prinz Charles hat schon einmal in einem solchen Auto gesessen. Anlass war der Start einer Öko-Rallye von Brighton nach London, an der ausschließlich Fahrzeuge mit umweltfreundlichen und zukunftsträchtigen Antrieben teilnahmen.”

Island
Die beiden isländischen Energieversorger Landsvirkjun und Reykjavik Energy betreiben seit dem 11. Juli das erste Brennstoffzellenauto auf Island im alltäglichen Betrieb. Ein F-Cell von DaimlerChrysler wurde für die Dauer eines Jahres in den regulären Fuhrpark eingegliedert. Ein weiteres Fahrzeug dieser Art soll Anfang 2008 folgen.
(DaimlerChrysler-Pressemitteilung vom 11. Juli 2007)

Honda
Die Europapremiere von Hondas neuestem FCX-Konzeptfahrzeug fand auf einer Rennstrecke auf der schwedischen Insel Gotland statt. Ab 2008 wird das Auto in einer Kleinserie produziert und von Kunden in den USA und Japan getestet werden. Es hat einen Wirkungsgrad von etwa 60 %, 10 % mehr als die Vorgängerversion. Der neue Stack liefert 14 kW mehr als der alte, obwohl er 20 % kleiner und 30 % leichter ist. Der gesamte Antrieb ist 180 kg leichter und 40 % kleiner als der vorher. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h, die Reichweite bei 570 km. Auch die Kaltstarteigenschaften wurden verbessert: das Auto springt jetzt auch bei -30 °C an.
(Pressemitteilung vom 27. Juni 2007)

Zwischenspeicher
Solarstromanlagen werden gewöhnlich mit einer Batterie gekoppelt, weil die Sonne nicht ständig scheint. Für lange Zeitspannen ist das wegen der Selbstentladung einer Batterie (5 … 10 % / Monat) ziemlich ineffizient. Die österreichische Firma Fronius setzt daher jetzt für diesen Zweck einen Elektrolyseur ein. Der gespeicherte Wasserstoff wird bei Bedarf einer Brennstoffzelle mit nachgeschaltetem Wechselrichter zugeführt. Das dort entstandene Wasser geht zurück an den Elektrolyseur. Erste Testanlagen sind bereits in Betrieb. So zum Beispiel in Steyr, wo mit Hilfe einer PV-Anlage und einer Brennstoffzelle eine Umweltmessstation ganzjährig autonom mit Energie versorgt wird. Wesentlicher Vorteil dieser Backup-Lösung: eine Einsparung von 2/3 der PV-Generatorleistung und eine deutliche Reduktion der Batteriekapazität.
(Pressemitteilung vom 2. August 2007)

Kanada
Die Installation von Wasserstoffanlagen aller Art in Kanada soll jetzt leichter werden. Unter der Federführung des Bureau de Normalisation du Québec (BNQ) ist jetzt der Canadian Hydrogen Installation Code (CHIC) veröffentlicht worden. Er enthält Ratschläge für die sichere Gestaltung von Anlagen und soll auf diese Weise die Genehmigungsprozeduren beschleunigen, die bisher oft recht mühsam sind.
(Pressemitteilung des BNQ vom 3. Juli 2007)


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