Neues vom Wasserstoff
Parlamentarischer Abend
Bereits zum dritten Mal hielt der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband am 28. November einen Parlamentarischen Abend zum Thema „Wasserstoff und Brennstoffzellen“ ab. Gastgeber war das Land Nordrhein-Westfalen, das seine Landesvertretung zur Verfügung stellte. Es liegt unter den Bundesländern bei der Förderung von Wasserstoff und Brennstoffzellen finanziell und politisch an der Spitze. Als weiterer Partner kam das Projekt CEP (Clean Energy Partnership Berlin) hinzu, das in Berlin zwei Wasserstoff-Tankstellen und eine Flotte von Fahrzeugen betreibt. Über 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung kamen.
Dr. Joachim Wolf, Leiter der Wasserstoffaktivitäten bei Linde sowie stellvertretender Vorsitzender des DWV, zog eine positive Bilanz der ersten Projektphase der Clean Energy Partnership (CEP): „374.000 sicher gefahrene emissionsfreie km und fast 3000 problemlose Betankungen bis zum Juli 2007 sprechen eine deutliche Sprache: Wasserstoff ist im Berliner Alltag angekommen.“ Eine Flotte von 17 Wasserstoff-Pkw in Kundenhand, zwei integrierte, öffentlich zugängliche Wasserstoff-Tankstellen sowie die Anbindung an das europäische Wasserstoff-Projekt HyFLEET:CUTE mit Bussen im öffentlichen Personennahverkehr machen die CEP zu einem internationalen Schaufenster der Wasserstofftechnologie. „Und zwischen Berlin und Hamburg haben wir den ersten Verkehrskorridor mit durchgängiger Wasserstoff-Infrastruktur ins Auge gefasst.“
Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, teilte mit, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags in Kürze die für die konkreten Schritte zur weiteren Realisierung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellen (NIP) erforderlichen Mittel freigeben werde.
In einer begleitenden Ausstellung demonstrierten eine Vielzahl von Unternehmen, dass die Technologie keineswegs eine Lösung für überübermorgen ist, sondern dem Markt schon recht nahe ist und ihn an verschiedenen Stellen schon betreten hat.
Der DWV-Vorsitzende Johannes Töpler äußerte die Zuversicht, dass mit dem Nationalen Innovationsprogramm sowohl die Bedeutung des Wasserstoffs bei einer nachhaltigen Energieversorgung hervorgehoben wird, als auch die richtigen Weichen für eine führende Rolle Deutschlands bei zukunftsweisenden Entwicklungen der Energietechnologie und des Klimaschutzes gestellt sind.

Fernfahrt
Ein Toyota Fuel Cell Hybrid Vehicle (FCHV) legte jüngst 3700 km von Fairbanks in Alaska (USA) bis Vancouver in British Columbia (Kanada) in sieben Tagen zurück. Für die Betankung während der Fahrt gewann man sowohl Linde als auch Powertech als Partner. Übrigens ist das Tanken von Wasserstoff an der Straße in den USA nicht zulässig, in Kanada dagegen schon. So führte die erste Etappe von Fairbanks (USA) in einem Rutsch über 505 km bis knapp hinter die kanadische Grenze. Die spätere Auswertung zeigte, dass das Auto auch noch mehr als 100 km weiter gekommen wäre. Die weitere Fahrt durch das Yukon-Gebiet war gekennzeichnet von Begegnungen mit Elchen, Büffeln und Karibus einerseits und mäßigen Straßenverhältnissen und kaltem Wetter andererseits. Das Auto ertrug alles klaglos. Toyota wollte mit der Fahrt die Tauglichkeit der Technik auch unter ungünstigen Bedingungen hinsichtlich Straßenqualität und Wetter demonstrieren.
(Toyota-Pressemitteilung vom 14. November 2007)

Südkorea
Zehn Wasserstoff-Tankstellen gibt es jetzt in Südkorea. Die neueste davon wurde im November in der Hauptstadt Seoul in Betrieb genommen. Sie wurde von Air Products entwickelt und gebaut. Die neue Station ist ein weiteres Zeichen für die günstige politische Umgebung für die Technologie in Südkorea. „Das Engagement der koreanischen Regierung zur Förderung von Wasserstoff als Kraftstoffalternative für den Verkehr ist beispielhaft. Insgesamt haben wir in der Republik Korea mehr Wasserstofftankstellen gebaut als in irgendeinem anderen Land, die USA einmal ausgenommen“, sagt K.S. Koh, Leiter Globale Anwendungen und Entwicklung von Air Products Korea Inc. über die fünfte von seinem Haus gebaute Tankstelle.
(Air Products-Pressemitteilung vom 28. November 2007)

General Motors
General Motors ist entschlossen, bei der Markteinführung des Wasserstoffautos zu den Frühaufstehern zu gehören. Vizepräsident Larry Burns bekräftigte im November, schon 2011 sollten Hunderte normaler Kunden beim Händler solche Autos in die Hände bekommen. Außerdem wolle man etwa ab 2012 so schnell wie möglich in die großen Stückzahlen vorstoßen, denn nur in großen Zahlen würde die Technik der Umwelt etwas bringen. GM wolle als erster eine Million solcher Fahrzeuge herstellen. Anfang 2008 starten die Detroiter in Kalifornien, dem Staat New York und der Bundeshauptstadt Washington ein Programm, in dem mehr als 100 Fahrzeuge vom Typ Equinox Fuel Cell kostenlos für jeweils drei Monate in die Hände normaler Benutzer gegeben werden.
(New York Times, 9. Dezember 2007)

Norwegen
Mazda und das Projekt HyNor (Hydrogen Road of Norway) haben vor, bei der Entwicklung von Wasserstoff als Kraftstoff und den entsprechenden Fahrzeugen zusammen zu arbeiten. HyNor will ab dem Sommer 2008 30 Mazda RX-8 Hydrogen RE mit Wankelmotor kaufen. HyNor ist eine Gemeinschaftsinitiative norwegischer Unternehmen, die eine Wasserstoff-Infrastruktur an der 580 km langen Strecke von dem Hafen Stavanger bis zur Hauptstadt Oslo installieren will. Ähnliche Bestrebungen gibt es in Schweden.

Honda
Auf der Los Angeles International Auto Show im November präsentierte Honda das Brennstoffzellenfahrzeug „FCX Clarity“ und gab Pläne bekannt, das Fahrzeug ab Sommer 2008 in begrenztem Umfang zu vermarkten. Der FCX Clarity ist nach Firmenangaben ein emissionsfreies Brennstoffzellenfahrzeug der nächsten Generation mit Wasserstoffantrieb. Besonderes Kennzeichen dieses Antriebs sei ein ultrakompakter, effizienter und leistungsstarker Brennstoffzellenstapel. Honda will damit seine Fortschritte bei dem Bemühen demonstrieren, das mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenfahrzeug in Form und Funktion an die gewohnten Standards anzugleichen.
(Pressemitteilung vom 15. November 2007)

Speicher
Wissenschaftler der Universität of Virginia wollen eine neue Klasse von Materialien entdeckt haben, die als Speichermedien für Wasserstoff dienen können. Die Stoffe bestehen aus extrem dünnen Filmen eines Vorläufermaterials einer Kohlenwasserstoffverbindung und einem Metall und können bis zu 14 % ihres Gewichts an Wasserstoff aufnehmen. Bisherige Wasserstoffspeicher erreichen nicht einmal die Hälfte dieses Werts. Das Material entfaltet seine guten Speichereigenschaften für Wasserstoff bereits bei Zimmertemperatur.
(Pressemitteilung der Universität Virginia vom 27. November 2007)


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