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Energie-Infrastruktur 21
Rolle des Wasserstoffs angesichts der Herausforderungen im neuen globalen Energiesystem
Informationsbroschüre des DWV
Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband stellt hier eine neue Publikation vor, die in Zusammenarbeit mit der European Hydrogen Association in Brüssel entstanden ist. Sie
beleuchtet
- die Gründe, warum der Übergang zu den erneuerbaren Energien als Grundlage unserer Versorgung zwingend ist,
- was das für Folgen für die Netze und Strukturen haben wird,
- welche Rolle Wasserstoff und Brennstoffzellen dabei spielen werden und
- welche Folgerungen für die Politik und die Gesellschaft daraus zu ziehen sind.
Dass es nicht ewig Öl geben kann, leuchtet ein. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass der Höhepunkt der globalen Ölförderung seit etwa vier Jahren überschritten ist. Nur die wegen der globalen Wirtschaftskrise geringe Nachfrage verhindert im Moment ein neues Steigen des Ölpreises. Es findet jedoch bei den Lieferanten bereits ein Konzentrationsprozess auf die Länder statt, die noch reichliche Vorräte haben. Die Situation beim Erdgas folgt der beim Öl mit einer Phasenverzögerung von etwa zehn Jahren. Die Kernenergie trägt nur rund 2 % zur globalen Energieversorgung bei und kann auf schnelle Veränderungen der Lage nicht flexibel reagieren. Bei den vorhandenen Kohlereserven ist fraglich, in welchem Umfang sie auf dem Markt zur Verfügung stehen werden; zudem ist Kohle der umweltfeindlichste von allen fossilen Energieträgern.
Diese Situation erzwingt den möglichst schnellen Übergang zur breiten Nutzung erneuerbarer Energiequellen in allen ihren Formen. Biomasse wird dabei eine geringere Rolle spielen als viele glauben. Den Löwenanteil wird zunächst Wind, dann Solarthermie und später Photovoltaik übernehmen. Damit verbunden ist eine Umorientierung des Systems von Brennstoffen auf Strom. 100 Jahre lang haben wir Strom aus Brennstoffen gemacht; in Zukunft werden wir „Brennstoffe“ aus Strom machen oder im Straßenverkehr die Elektrizität auch gleich als Kraftstoff verwenden.
Da das Angebot an erneuerbaren Energien schwankend ist, die Nachfrage ebenso, und weil man Elektrizität nur schlecht speichern kann, spielen andere Speichermöglichkeiten im System von morgen eine zentrale Rolle zum Ausgleich der Differenzen. Wasserstoff ist nicht die einzige davon, wird aber eine wichtige Rolle spielen, vor allem bei Elektrizitätsspeicherung über ein oder zwei Tage hinaus (saisonaler Ausgleich).
Die Energiestrukturen von morgen werden grundlegend anders aussehen als heute. Die heutige saubere Trennung zwischen Straßenverkehr und stationären Verbrauchern wird aufgehoben. Die Antriebe werden elektrisch(er), und die Kraftstoffversorgung wird ins Netz integriert. Neue Transportwege und neue Verbrauchsmuster werden entstehen. Die Anfänge dieser Entwicklung kann man schon heute an dem gestiegenen Interesse an Hybrid- und Batterieautos sehen. Batterieautos sind allerdings nicht für Langstrecken geeignet. Zumindest hier braucht man die Brennstoffzelle. Ob es angesichts dessen bei dem traditionellen Muster bleibt, dass jeder sein privates Allzweckauto haben muss, ist zweifelhaft. Die stärkere Nutzung von Car Sharing und öffentlichem Verkehr („Brauche ich heute ein Auto? Wenn ja, was für eines?“) ist nicht nur politisch und ökologisch wünschenswert, sondern wird sich zwangsläufig ökonomisch ergeben. Dieser Wandel der Mobilitätsmuster wird sich auch in der Infrastruktur spiegeln.
Abschließend enthält die 32-seitige Broschüre einen Katalog von politischen Empfehlungen für die Entscheidungsträger in Deutschland und der EU.
Die neue Publikation ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar. Sie können eine digitale Kopie der deutschen Version kostenlos von unserer Website herunterladen (siehe Link unten). Wir senden Ihnen auf Anfrage auch gerne gedruckte Exemplare.
Download der Broschüre [pdf, 3,0 MB]
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