DWV und DVGW: Stellungnahme Überarbeitung Nationale Wasserstoffstrategie


Gemeinsame Stellungnahme des DWV und des DVGW zum Eckpunktepapier des Nationalen Wasserstoffrats (NWR) zur Überarbeitung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS)

Stellungnahme vom 15. November 2022

Seit der Veröffentlichung der NWS und des Aktionsplans im Jahr 2021 haben sich grundlegende Rahmenbedingungen verändert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Rolle von Wasserstoff und seinen Derivaten sowie auf den geplanten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft haben. […] So ist das Risiko hoch, dass die Preise für fossile Energie wie Öl und Gas weiter stark ansteigen und somit die Belastungen für die Wirtschaft noch höher werden.

Dies bestätigt nun, wie bedeutend die Stärkung einer wettbewerbsfähigen und innovationsorientierten Energietransformation ist, insbesondere der Wasserstoffwirtschaft. Der DWV und der DVGW weisen fortwährend darauf hin, dass die heimische Produktion und eine solide Importstrategie für Wasserstoff (H2Global) die deutsche und europäische Wirtschaft klimaneutral und zuverlässig sichern. Daher gilt es jetzt, in der Startphase den Hochlauf der grünen Wasserstoff-Marktwirtschaft nicht durch zu hohe regulatorische Barrieren zu verzögern und zu verteuern, sondern die NWS ambitioniert fortzuschreiben und zügig umzusetzen.

Der DWV und der DVGW befürworten die im NWR-Eckpunktepapier enthaltenen Maßnahmenvorschläge grundsätzlich. An einigen Stellen sehen wir jedoch dringenden Ergänzungsbedarf, um einen effizienten und schnellen Hochlauf der erforderlichen grünen bzw. klimaneutralen Wasserstoff-Marktwirtschaft sicherzustellen.

Lesen Sie das Papier hier:

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Vorstands-Talk mit Dr. Sopna Sury, COO Hydrogen der RWE Generation SE


 

Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender des DWV und Dr. Sopna Sury, COO Hydrogen der RWE Generation SE, sprechen bei unserem Vorstands-Talk über die zentralen Entwicklungen der Energie-und Wasserstoffwirtschaft.

Im Juni 2020 hat die Bundesregierung die Nationale Wasserstoffstrategie (NWS) vorgestellt. Seitdem hat sich viel verändert: ambitioniertere Klimaziele, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und gestiegene Energiepreise. Für einen schnellen Hochlauf einer grünen Wasserstoffwirtschaft auf allen Ebenen stehen jetzt entscheidende Zukunftsfragen an: Was erwartet die Energie- und Wasserstoffwirtschaft von der Überarbeitung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS), die in Kürze von der Bundesregierung vorgestellt wird? Welche Antwort gibt es auf das US-Bundesgesetz, den Inflation Reduction Act (IRA) und auf welche Rahmenbedingungen kommt es jetzt insbesondere an, um den Ausstieg aus fossilen Energien zur Umwandlung der Wirtschafts- und Energiesysteme zu bewältigen?

 

Nehmen Sie auf dem Computer oder in der mobilen App an unserem virtuellen Interview am 25.11.2022 um 11:00 Uhr live teil, in dem Frau Dr. Sopna Sury, COO Hydrogen der RWE Generation SE und DWV-Vorstandsvorsitzender Werner Diwald diesen Ausblick geben.

Unter folgendem Link gelangen Sie zu unserem Live-Interview: https://tinylink.net/dWqBS

Schalten Sie ein – wir freuen uns auf Sie!

HyInfrastructure – die DWV-Fachkommission für eine zukunftsweisende und versorgungssichere Wasserstoffinfrastruktur


HyInfrastructure ist die neue Fachkommission des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbands (DWV) e.V.. Sie setzt sich für den schnellen Aufbau einer zukunftsweisenden und versorgungssicheren Wasserstoffinfrastruktur ein. Dafür müssen alle Akteure an einem Strang ziehen. Deshalb bringt der DWV sie alle an einen Tisch.

Letzte Woche war en wir zu Gast bei der GASAG-Gruppe auf dem EUREF-Campus in Berlin.
Wir sprachen über die Herausforderungen, die vor uns liegen und wie Lösungen zum Überwinden der Hemmnisse gefunden werden können.
In der Fachkommission betrachten wir u.a. die vielfältigen Anforderungen, die an eine zukünftige Infrastruktur gestellt werden
und wie der praktische Ablauf des Aufbaus einer Wasserstoffinfrastruktur aussehen kann.
Wann wird wo wie viel Wasserstoff zur Verfügung stehen? Wie sehen die Transformationspläne von Unternehmen aus? Und welchen Wasserstoffbedarf haben Unternehmen, die ihre Prozesse nur mit Wasserstoff dekarbonisieren können?
Wir betrachten schon gestartete Projekte wie GET H2 und HYPOS Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V., um bestehende Hemmnisse, Probleme und Herausforderungen besser zu verstehen und Lösungen zu entwickeln.

Wir setzen uns mit der bestehenden, geplanten und notwendigen Regulierung für Wasserstoffnetze auseinander. Dabei setzen wir uns für die zügige Schaffung der erforderlichen Rahmendbedingungen ein. Denn die Verzögerung des Aufbaus der Wasserstoffinfrastruktur gefährdet die Transformation und das Fortbestehen von Unternehmen in Deutschland. Die Gefahr ist, dass Unternehmen und Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen. Gleichzeitig können die Klimaziele nur mit der verlässlichen Versorgung mit grünem Wasserstoff erreicht werden.

 

Der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur auf der Grundlage des bestehenden Gasnetztes ist volkswirtschaftlich die sinnvollste Option und führt zu einer versorgungssicheren, sozial-verträglichen und nachhaltigen Versorgung mit Wasserstoff.

Georg Friedrichs – Vorstandsvorsitzender der GASAG-Gruppe sagt:
„Wasserstoff ist die zweite zentrale Säule der künftigen Energiewirtschaft. Für eine versorgungssichere Transformation der Energieträger sind regionale Wasserstoffnetze nicht nur erforderlich sondern auch technisch machbar und umsetzbar. Dafür müssen die aktuellen Leuchttürme zur Realität werden.“

Vielen Dank an alle Teilnehmer:innen und an das GASAG-Team!

 

 

Mit dabei waren: 2G Energy AGBundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) e.V. BOGE KOMPRESSOREN ASIA PACIFIC PTE LTD @Otto Boge GmbH & Co. KG, DVGW Deutscher Verein des Gas- und WasserfachesE.ONFraunhofer IKTSHydrogenious LOHC TechnologiesHYPOS Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V.ITEL – Deutsches Lithiuminstitut GmbHNikola
Rolls-Royce SMRGMBH SCHRAND SCHWEISSUNTERNEHMEN UND PIPELINBAU INSPECTRUMStorengy Deutschland

Parlamentarischer Abend des DWV


Was für ein Abend für den Wasserstoff! Unser Parlamentarischer Abend fand am 13. Oktober in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin statt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von DWV-Präsident Oliver Weinmann und Vorstandsvorsitzenden Werner Diwald sowie dem Begrüßungsredner  Johannes Sturm, Leiter der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund in Berlin, der Olaf Lies an diesem Abend würdig vertreten hat. Darauf folgte eine spannende Keynote des Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Stefan Wenzel.

Im weiteren Verlauf hörten wir in einer angeregten und aufschlussreichen Podiumsdiskussion die Standpunkte von Stefan Wenzel, MdB Andreas Rimkus, ONTRAS Gastransport GmbH-Managing Director Ralph Bahke und Werner Diwald. Moderiert wurde die Diskussion charmant und gekonnt von Sybille Riepe.

In der Paneldiskussion ging es um die Rolle, die grüner Wasserstoff für das Ziel der Unabhängigkeit von russischem Erdgas bei der Energieversorgung einnimmt und was die Förderung einer Europäischen Wasserstoff-Union dazu beitragen kann. Auch stand das Thema Unbundling hoch im Kurs. 

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Sponsoren, die uns so großzügig bei der Umsetzung dieser Veranstaltung unterstützt haben: ONTRAS Gastransport GmbH, HPS Home Power Solutions AG, HydroHub, QRC Personalberatung International GmbH!

Es zeigt sich wieder einmal, dass wir als Verband diese wichtige Aufgabe weiter mit höchstem Engagement verfolgen müssen: Den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Industrie fordern und fördern! Nur so kommen wir weiter mit dem Hochlauf der Wasserstoff-Marktwirtschaft!

Ein weiteres Highlight des Abends: Der emissionsfreie Shuttle-Service! Danke der neuen Toyota Motor Corporation-Mirai #Brennstoffzellen-Fahrzeuge konnten unsere Gäste einfach und vor allem #emissionsfrei nach Hause kommen. Der Service wurde bereitgestellt von ennoo, Anglo American und SafeDriver Group GmbH!
Wir hatten die ersten sechs der insgesamt 200 Fahrzeuge für unsere Gäste im Einsatz! Bald sind sie in der ganzen Stadt #Berlin unterwegs!

Wasserstoff-Turbo in allen Sektoren: DWV spricht Handlungsempfehlungen aus für Verkehr, Industrie und Infrastruktur


Eine sichere und emissionsfreie Energieversorgung wird nur mit Wasserstoff möglich sein. Die Ampelkoalition hat die ökologischen und ökonomischen Chancen einer zukunftsorientierten Wasserstoffwirtschaft erkannt und sich folgerichtig im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, Deutschland als Leitmarkt der Wasserstofftechnologien zu etablieren. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und dessen Auswirkungen auf die Energieversorgung sowie die Klimaziele Deutschlands bedingen eine Abkehr von fossilen Energieträgern.

Wasserstoff-Turbo im Verkehr

Grüner Wasserstoff und Brennstoffzellenfahrzeuge sind unverzichtbare Elemente für eine versorgungssichere, ökologische und wirtschaftliche Verkehrswende. Dies gilt insbesondere in einer zunehmend fluktuierenden erneuerbaren Energiewirtschaft. Der DWV veröffentlichte ein Papier mit vier Handlungsempfehlungen für die anstehenden nächsten Gesetzgebungsverfahren, um Deutschland als Leitmarkt der grünen Wasserstoff-Mobilität zu etablieren. Lesen Sie hier das Positionspapier.

Wasserstoff-Turbo in der Industrie

Grüner Wasserstoff bietet die Chance, die Klimaziele mit den Anforderungen des zukünftigen Energiesystems in der Industrie in wirtschaftlicher und sozialverträglicher Weise zu vereinen. Zum Erhalt des Industriestandorts Deutschland muss heute ein Leitmarkt für grünen Wasserstoff geschaffen werden. Die Politik muss jetzt handeln, damit die Dekarbonisierung der Industrie in Deutschland gelingt sowie Klimaziele und Versorgungssicherheit erreicht werden. Der DWV hat drei Handlungsfelder definiert, damit eine investitions- und versorgungssichere Transformation der Industrieprozesse auf europäischer und nationaler
Ebene gelingt. Lesen Sie hier das Postionspapier.

Wasserstoff-Turbo in der Infrastruktur

Gemeinsam mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) appelliert der DWV an die Bundesregierung: Noch in 2022 sollten drei Maßnahmenbündel gesetzlich verankert werden –  insbesondere für die Wasserstofferzeugung, Wasserstoffpipeline-Infrastruktur und Wärmeversorgung. Um Deutschland als Leitmarkt für Wasserstoff zu etablieren, müssen klare und attraktive Investitionsbedingungen für H2 geschaffen werden.

Deswegen müssen jetzt folgende Maßnahmen ergriffen werden:

• Ambitionierten Hochlauf von klimaneutralen Gasen sicherstellen
• Schnellen Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur ermöglichen
• Wasserstoff als Option für die zukünftige Wärmeversorgung verankern

Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender des DWV: „Der Wettbewerb um eine Spitzenposition in der Wasserstoffwirtschaft mit anderen Ländern ist mit enormen Herausforderungen verbunden. Leider hängt Deutschland bei attraktiven Investitionsbedingungen hinterher. Um aufzuholen, empfehlen wir den politischen Entscheidungsträgern daher drei Maßnahmenbündel für die Wasserstofferzeugung, Wasserstoffpipeline-Infrastruktur und Wärmeversorgung, die noch dieses Jahr gesetzlich verankert werden müssen.“

Lesen Sie hier das gemeinsame Positionspapier. 

Besuchen Sie den DWV auf der WindEnergy Hamburg!


Die WindEnergy ist die Weltleitmesse der Windenergiebranche.
Vom 27. bis zum 30. September 2022 präsentieren Aussteller aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette ihre innovativen Lösungen dem qualifizierten Fachpublikum.
Vier Tage lang dreht sich im Rahmen der WindEnergy Hamburg auf dem gesamten Messegelände alles um die Energieerzeugung aus Wind und dessen Nutzbarmachung.

Zum ersten Mal in diesem Jahr findet außerdem die H2EXPO & CONFERENCE statt. Hier geht es explizit um die Erzeugung, den Transport, die Speicherung und den Einsatz von Grünem Wasserstoff.

Es erwartet Sie ein hochkarätiges Programm mit Fachforen und Konferenzen, Workshops und Vorträgen, die dazu beitragen werden, die Entwicklung der Wind- und Wasserstoff-Branche voranzutreiben. Zusammen mit dem Erneuerbare Energien Cluster Hamburg und dem VDMA PtXfA hat der DWV das Rahmenprogramm der H2EXPO & CONFERENCE mitausgestaltet.

Kommen Sie nach Hamburg und besuchen Sie den DWV auf dem Gemeinschaftsstand mit dem VDMA PtXfA auf der Messe Hamburg.

Sie finden uns von Dienstag, den 27.09 bis Freitag, den 30.09.2022 in der Halle A2 am Stand 120!

Unser Vorstandsvorsitzender Werner Diwald wird ebenfalls vor Ort sein. Wir freuen uns über Terminanfragen an h2@dwv-info.de für ein persönliches Gespräch mit Herrn Diwald.

Der DWV auf der IAA 2022


Der DWV auf der IAA 2022

Die IAA TRANSPORTATION findet vom 20. – 25. September 2022 statt. Sie ist die weltweit wichtigste Plattform für die Zukunft der Nutzfahrzeugindustrie. Fünf Tage lang können Sie auf der Messe Hannover die neuesten Busse, Transporter und Trucks in all ihren Facetten bewundern.

Die Mobilität befindet sich im Wandel. Für das Erreichen nationaler und internationaler Klimaziele ist der Umbau hin zu einer emissionsfreien Mobilität ein entscheidender Faktor. Fahrzeuge mit Brennstoffzellen, betrieben mit grünem Wasserstoff, bilden dabei eine entscheidende Säule.

Diese Technologien verbinden die Mobilität mit der erneuerbaren Energieproduktion und sorgen für Versorgungssicherheit. Gleichzeitig garantieren Sie die Technologieführerschaft Deutschlands in der Wasserstoff-Marktwirtschaft. Damit beschäftigt sich insbesondere die DWV-Fachkommission HyMobility.

Besuchen Sie uns in der Halle 24 am Stand D18!

Der DWV ist auf der IAA TRANSPORTATION mit einem Stand vertreten. Entsprechend der Thematik haben sie die Möglichkeit, unsere Ansprechpartner der Fachkommission HyMobility vor Ort zu treffen. Wir laden Sie herzlich zum Gespräch ein.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Deutschland verliert zunehmend den Anschluss an die globale Wasserstoffwirtschaft


Deutschland ist zu zögerlich beim Hochlauf einer erfolgreichen und prosperierenden grünen Wasserstoff-Marktwirtschaft. Nicht nur dass die angekündigten Ziele, wie z.B. 10 GW Elektrolyse bis 2030, nicht im Einklang mit den Klimazielen und dem Bedarf an versorgungssicherer erneuerbarer Energie stehen. Sie entsprechen auch nicht dem Anspruch einer deutschen Industrienation.

Auf anderen Kontinenten findet man sehr viel ambitioniertere Ziele. In Australien, Afrika (Marokko, Namibia, Senegal oder Tunesien), Asien (China, Saudi-Arabien oder VAE), Südamerika (Argentinien oder Chile) oder Nordamerika mit Kanada werden Projekte mit weit über 10 GW angekündigt. Auch der Wettbewerb innerhalb Europas nimmt zu.

 Spanien will der wichtigste Produzent von grünem Wasserstoff in Europa werden. 67 Gigawatt Erzeugungskapazität sind bereits konkret geplant.

Spaniens Pläne sind extrem ambitioniert: Das Konsortium „HyDeal“, bestehend aus 30 spanischen und internationalen Unternehmen, plant den Bau von Wasserstofffabriken mit einer Kapazität von insgesamt bis zu 67 Gigawatt. Ein großer Teil davon soll laut FAZ nach Frankreich und Deutschland exportiert werden, um russisches Gas durch Wasserstoff zu ersetzen.

„Die Entwicklung hat die optimistischsten Vorhersagen übertroffen“, so der Direktor des „Nationalen Zentrum für Wasserstoff“ im Gespräch mit der FAZ. „Spanien ist inzwischen für jedes fünfte Wasserstoffprojekt auf der Welt verantwortlich. Wir waren eine Art Inkubator“.

Ähnlich ambitionierte Aktivitäten hört man auch aus Süd-Ost-Europa oder dem Baltikum. Bereits in 2018 hat die staatliche NOW in einer sehr aufwendigen und umfangreichen Detailstudie einen Bedarf von über 137 bis 275 GW Elektrolyseleistung zur Produktion des in Deutschland benötigten grünen Wasserstoffs ermittelt. Sicherlich wird diese Leistung nur zu einem kleinen Teil in Deutschland installiert werden können. Es gilt aber jetzt das Fundament für eine möglichst umfassende technologische Wertschöpfung in Deutschland zu schaffen. Dafür braucht es, wie in allen anderen Industriebereichen, einen stabilen und verlässlichen Heimatmarkt von weit mehr als 10 GW bis 2030. Der internationale Wettbewerb wird auf Deutschland nicht warten.

Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender des DWV: „Wir befürworten die Fortschreibung der deutschen Wasserstoffstrategie sehr. Auch die Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag und die Beschlüsse des Bundestages zum Hochlauf der deutschen Wasserstoffwirtschaft bzw. -industrie heißen wir gut. Bisher warten wir leider noch auf investitionssichere Gesetze. Es darf keine weitere zeitliche Verzögerung geben. Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb müssen unsere Ziele noch ambitionierter und verbindlicher sein. Die erforderlichen regulatorischen Rahmenbedingungen für einen investitionssicheren Hochlauf der deutschen grünen Wasserstoffindustrie müssen jetzt geschaffen werden.

Daher appelliert der DWV zum wiederholten Male an die Politik:

  • Sofort die 37. BImSchV erlassen, um die Anrechnung von grünem Wasserstoff auf die THG-Minderungsverpflichtung in den Raffinerien zu ermöglichen.
  • Sofortige Anpassung des BImSchG, BImSchV und des BauGB zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Elektrolyseure, die grünen Wasserstoff produzieren.
  • Sprinterprogramm zur Förderung der ersten 3 GW Elektrolyseleistung in Deutschland und 2 GW in Europa für den Import des grünen Wasserstoffs (H2Gloabl4Euope) aufsetzen.
  • Vollständige bilanzielle Anrechnung ermöglichen – von dem Erdgas beigemischtem grünen Wasserstoff bis auf das von den in den Verkehrbringern ausgewählte Endprodukt.
  • Rechtssichere Definition formulieren zu der Möglichkeit, die Energie aus EE-Anlagen, die nach dem EEG bezuschlagt wurden, über das Erdgasnetz zu importieren.
  • Initiative zum Aufbau einer europäischen Wasserstoffunion gründen.

Deutschland darf keine Zeit mehr verlieren. Die Bundesregierung muss jetzt umgehend verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen für den Hochlauf einer grünen Wasserstoff-Marktwirtschaft schaffen. Die Industrie kann sofort loslegen, Projektentwickler und Investoren sind bereit.

 

 

DWV zum Referentenentwurf zu Herkunftsnachweisen


Stellungnahme zum Referentenentwurf zu Herkunftsnachweisen vom 05.08.2022:

Artikel 19 der Richtlinie (EU) 2018/2001 zu Herkunftsnachweisen für Gas, Wasserstoff, Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energiequellen

Das BMWK hat am 8. August 2022 den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Vorgaben in Artikel 19 der Richtlinie (EU) 2018/2001 zu Herkunftsnachweisen für Gas, Wasserstoff, Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energiequellen (HKNRG-Entwurf) vorgelegt.

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Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) hat eine Stellungnahme zu dem vom BMWK vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Vorgaben in Artikel 19 der Richtlinie (EU) 2018/2001 zu Herkunftsnachweisen für Gas, Wasserstoff, Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energiequellen abgegeben.

Wir begrüßen ausdrücklich die Einführung von Herkunftsnachweisen (HKN) für Gas, Wasserstoff, Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien. Bei der Einführung von HKN muss allerdings der dringend zu beschleunigende Hochlauf der grünen Wasserstoff-Marktwirtschaft berücksichtigt werden, um die Diversifizierung und Versorgungssicherheit im Energiesektor zu gewährleisten. Der uns vorgelegte Referentenentwurf missachtet jedoch dieses Ziel. Auch ist die Kurzfristigkeit der Verbändeanhörung bemerkenswert.

 

Unserer Auffassung nach hemmt der Gesetzesentwurf die Substitution von Erdgas und widerspricht damit den Klimazielen der EU und der Bundesregierung. Außerdem verhindert er einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz, da die Ausstellung von HKN nur für den sortenreinen Transport von erneuerbarem Wasserstoff zugelassen wird. Somit wäre eine Beimischung von Wasserstoff nicht möglich. Dazu haben wir klar Stellung bezogen: Ein solches Beimischungsverbot darf es nicht geben.

Für eine versorgungssichere erneuerbare Energiewirtschaft ist ein noch schnellerer Hochlauf der Wasserstoff-Marktwirtschaft anzustreben. Dabei bleiben aus Sicht des DWV weitere Regulierungen offen. Beispielsweise ist die 37. BImSchV unbedingt notwendig, um umgehend die kostenneutrale Umstellung von erdgasbasiertem Wasserstoff auf grünen Wasserstoff in den Raffinerien vollziehen zu können. Insbesondere in der aktuellen Krisensituation und für eine gesicherte Erdgasversorgung ist das wichtiger denn je.

Auf der Internetseite des BMWK wurden die Stellungnahmen aller Verbände zum Gesetzesentwurf veröffentlicht. Die Stellungnahme des DWV ist hier abrufbar. Alle weiteren Stellungnahmen der Verbände finden Sie hier.

 

 

Gemeinsamer Offener Brief des DWV und des VDMA


Die 37. BImSchV soll noch im Sommer 2022 erlassen werden. Das fordern der DWV und VDMA Power-to-X for Applications in einem offenen Brief an Bundesumweltministerin Steffi Lemke.

Vor dem Hintergrund des fortwährenden drohenden Lieferstopps Russlands ist die sichere Versorgung der deutschen Raffinerien mit Erdgas, welches zur Produktion von hochwertigen Kraftstoffen benötigt wird, eine Herausforderung für eine faire Gaszuteilung.

Deshalb fordern wir eine rasche Aktivierung der Bundes-Immissionsschutzverordnung 37 zur Anrechnung grünen Wasserstoffs auf die Treibhausgas-Minderungsquote.

Die Verordnung würde den Weg für eine Substitution von Raffinerie-Erdgas durch erneuerbaren Wasserstoff frei machen und gleichzeitig die Emissionen im Verkehr senken. So kann ausbleibendes Erdgas aus Russland ersetzt werden, das in Raffinerieverfahren zur Herstellung hochwertiger Kraftstoffe benötigt wird.

Zusätzlich kann durch einen solchen Energieträgerwechsel der Ausstoß von jährlich bis zu 1,7 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden.

Die Quote hat die EU den Inverkehrbringern von Kraftstoffen, den Mineralölkonzernen, per Richtlinie vorgegeben. Der Bundestag hat ein entsprechendes Gesetz zur Minderung der Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen beschlossen. Zur Umsetzung ist die 37. BImSchV erforderlich. Die Bundesregierung wartet vor diesem Schritt aber noch auf die Verabschiedung eines dafür angeblich relevanten delegierten Rechtsakts der EU-Kommission.

Ein solcher Verweis auf die fehlende Rechtskraft des europäischen Delegierten Rechtaktes ist vor dem Hintergrund der aktuellen Gasnotlage, aber auch der erforderlichen Sofortmaßnahmen zur Erreichung der Emissionsziele im Verkehr nicht verantwortbar.

 

Den Brief finden Sie unter diesem Link.