DVGW und DWV unterzeichnen Kooperationsvereinbarung


Berlin, 17. Januar 2019 – Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen- Verband (DWV) und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) haben sich heute in Berlin in einer Kooperationsvereinbarung auf eine gemeinsame Wasserstoffstrategie verständigt. Diese soll dazu beitragen, die fossile Energiewirtschaft schrittweise zu einem zunehmend klimafreundlichen Energieversorgungssystem zu transformieren. 2018 hatten beide Verbände bereits ihre Wasserstoff-Aktivitäten gebündelt und in einer Absichtserklärung fixiert.

Werner Diwald für den DWV (l.) und Dr. Gerald Linke für den DVGW unterzeichnen die Vereinbarung; Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschafts- und Energieministerium, hat ein wachsames Auge darauf

 

Die Zusammenarbeit beider Verbände stärke den Industriestandort Deutschland und zeige die Potenziale von Wasserstoff für den zwingend erforderlichen Transformationsprozess in der Energiewirtschaft auf, heißt es in dem Papier. An der Umsetzungsgeschwindigkeit der hierfür notwendigen Sektorenkopplung werde sich bemessen lassen, ob Deutschland seinem Ruf als innovative und hocheffiziente Wirtschaftsnation gerecht werden könne.

Zum 5. Mal: Wirtschaftsgespräche des DWV


Die inzwischen fünfte Auflage der Wirtschaftsgespräche des DWV fand am 17. Januar 2019 in Berlin im Gebäude der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft statt, gleich gegenüber vom Reichstagsgebäude.

Viel Platz gab es nicht mehr bei den Wirtschaftsgesprächen des DWV

Sie wurden diesmal gemeinsam mit dem DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, Bonn) abgehalten; beide Organisationen hatten unmittelbar zuvor eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen (s. besondere Meldung). Werner Diwald für den DWV und der DVGW-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Linke konnten eine ansehnliche Zahl von Vertretern von Politik und Wirtschaft begrüßen; eine Anzahl Anmeldungen konnte wegen der begrenzten Raumgröße nicht berücksichtigt werden.

Die Politik wurde durch mehrere Bundestagsabgeordnete und den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Bareiß vom Bundeswirtschafts- und Energieministerium vertreten. Dieser bekräftigte, dass die Politik für die Umwandlung von regenerativ erzeugtem Strom zu Wasserstoff und Methan mehr tun müsse und mehr tun werde.

Werner Diwald (DWV), Thomas Bareiß (BMWi), Gerald Linke (DVGW), v. l. n. r.

Wie man das machen könnte, erfuhr er auch gleich von einer Reihe anwesender Unternehmensvertreter. Sie wiesen darauf hin, dass der Einsatz von „grünem“ Wasserstoff in Raffinerien oder für Speicherzwecke zu teuer sei, und das liege in erster Linie an nicht mehr zeitgemäßen Regularien, die den Strompreis in unvernünftige Höhen treiben.

Einigkeit bestand dagegen darüber, dass „Power-to-Gas“ ein unerlässliches Element der Energiewirtschaft der Zukunft sein wird. Wir werden in einer Zwei-Energieträger-Welt leben, nämlich mit Strom und Gas, wie besonders Dr. Linke betonte. Das ergebe sich schon alleine daraus, dass durch eine Gasleitung etwa zehnmal so viel Energie transportiert werden könne wie über eine Hochspannungsleitung. Außerdem sei das Gasnetz mit seinem großen Volumen an Rohrleitungen sowie unterirdischen Kavernen auch ein ausgezeichneter Speicher. Sowohl die Strom- als auch die Gasversorger haben schon lange erkannt, dass sie ihre Geschäfte in Zukunft nicht mehr so streng getrennt werden abwickeln können wir bisher. „Die Integration von Wasserstoff und anderer grüner Gase wie Methan und Biogas ist der zentrale Schlüssel für den Erfolg der Energiewende“, führte er aus.

Die bestehende Gasinfrastruktur in Deutschland in Kombination mit dem raschen Aufbau einer Brennstoffzellen- und Elektrolysefertigung sowie einer sektorenübergreifenden Wasserstoffwirtschaft habe das Potenzial, über 100.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen. so der DWV-Vorstandsvorsitzende Werner Diwald. Diese könnten gezielt in den strukturschwachen Regionen Deutschlands angesiedelt werden. Die in zahlreichen Studien belegten enormen Mengen an Elektrolyseleistung und Brennstoffzellenkapazitäten, die benötigt werden, um den Wohlstand in Deutschland zu sichern, bewertete Diwald als große ökologische und industriepolitische Chance: „Power-to-Gas ist die Lösung für ein effizientes integriertes Energiekonzept, das den Zielen des Umwelt- und Klimaschutzes, der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie der Technologieförderung in Deutschland gerecht werden kann.“

Die Klimaziele und die gesetzlichen Vorgaben zur CO2-Reduktion könnten nur mit der Gasinfrastruktur in Kombination mit Power-to-Gas-Kapazitäten im industriellen Maßstab erreicht werden. Die Speicherung erneuerbarer Energieträger als grüne Gase und die sektorenübergreifende Bereitstellung CO2-neutraler Energiegase seien die wirksamsten Beiträge, die Deutschland zur weltweiten Treibhausgasneutralität leisten könne, so Linke und Diwald abschließend.