Zum 5. Mal: Wirtschaftsgespräche des DWV


Die inzwischen fünfte Auflage der Wirtschaftsgespräche des DWV fand am 17. Januar 2019 in Berlin im Gebäude der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft statt, gleich gegenüber vom Reichstagsgebäude.

Viel Platz gab es nicht mehr bei den Wirtschaftsgesprächen des DWV

Sie wurden diesmal gemeinsam mit dem DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, Bonn) abgehalten; beide Organisationen hatten unmittelbar zuvor eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen (s. besondere Meldung). Werner Diwald für den DWV und der DVGW-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Linke konnten eine ansehnliche Zahl von Vertretern von Politik und Wirtschaft begrüßen; eine Anzahl Anmeldungen konnte wegen der begrenzten Raumgröße nicht berücksichtigt werden.

Die Politik wurde durch mehrere Bundestagsabgeordnete und den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Bareiß vom Bundeswirtschafts- und Energieministerium vertreten. Dieser bekräftigte, dass die Politik für die Umwandlung von regenerativ erzeugtem Strom zu Wasserstoff und Methan mehr tun müsse und mehr tun werde.

Werner Diwald (DWV), Thomas Bareiß (BMWi), Gerald Linke (DVGW), v. l. n. r.

Wie man das machen könnte, erfuhr er auch gleich von einer Reihe anwesender Unternehmensvertreter. Sie wiesen darauf hin, dass der Einsatz von „grünem“ Wasserstoff in Raffinerien oder für Speicherzwecke zu teuer sei, und das liege in erster Linie an nicht mehr zeitgemäßen Regularien, die den Strompreis in unvernünftige Höhen treiben.

Einigkeit bestand dagegen darüber, dass „Power-to-Gas“ ein unerlässliches Element der Energiewirtschaft der Zukunft sein wird. Wir werden in einer Zwei-Energieträger-Welt leben, nämlich mit Strom und Gas, wie besonders Dr. Linke betonte. Das ergebe sich schon alleine daraus, dass durch eine Gasleitung etwa zehnmal so viel Energie transportiert werden könne wie über eine Hochspannungsleitung. Außerdem sei das Gasnetz mit seinem großen Volumen an Rohrleitungen sowie unterirdischen Kavernen auch ein ausgezeichneter Speicher. Sowohl die Strom- als auch die Gasversorger haben schon lange erkannt, dass sie ihre Geschäfte in Zukunft nicht mehr so streng getrennt werden abwickeln können wir bisher. „Die Integration von Wasserstoff und anderer grüner Gase wie Methan und Biogas ist der zentrale Schlüssel für den Erfolg der Energiewende“, führte er aus.

Die bestehende Gasinfrastruktur in Deutschland in Kombination mit dem raschen Aufbau einer Brennstoffzellen- und Elektrolysefertigung sowie einer sektorenübergreifenden Wasserstoffwirtschaft habe das Potenzial, über 100.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen. so der DWV-Vorstandsvorsitzende Werner Diwald. Diese könnten gezielt in den strukturschwachen Regionen Deutschlands angesiedelt werden. Die in zahlreichen Studien belegten enormen Mengen an Elektrolyseleistung und Brennstoffzellenkapazitäten, die benötigt werden, um den Wohlstand in Deutschland zu sichern, bewertete Diwald als große ökologische und industriepolitische Chance: „Power-to-Gas ist die Lösung für ein effizientes integriertes Energiekonzept, das den Zielen des Umwelt- und Klimaschutzes, der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie der Technologieförderung in Deutschland gerecht werden kann.“

Die Klimaziele und die gesetzlichen Vorgaben zur CO2-Reduktion könnten nur mit der Gasinfrastruktur in Kombination mit Power-to-Gas-Kapazitäten im industriellen Maßstab erreicht werden. Die Speicherung erneuerbarer Energieträger als grüne Gase und die sektorenübergreifende Bereitstellung CO2-neutraler Energiegase seien die wirksamsten Beiträge, die Deutschland zur weltweiten Treibhausgasneutralität leisten könne, so Linke und Diwald abschließend.

Grüne Wasserstoff-Industrie – Lösung für den Strukturwandel?; Parlamentarischer Abend des DWV


Anschauliches vor der der Tür: Brennstoffzellenautos verschiedener Marken

Berlin, 12. November 2018 – Wasserstoff und Sektorenkopplung sind zwei Elemente, ohne die die Energiewende nicht gelingen wird. Diese Erkenntnis setzt sich immer mehr durch, und auch die etwa 100 Teilnehmer des Parlamentarischen Abends des DWV am 8. November in der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin teilten diese Meinung.

Botschafter Tomáš Jan Podivínský

Botschafter Tomáš Jan Podivínský hob bei der Begrüßung der Teilnehmer die Bedeutung hervor, die das Thema seit einiger Zeit auch in seinem Land genießt. Staat, Wirtschaft und private Körperschaften wirken dabei zusammen und arbeiten auf verschiedenen Ebenen auch mit Deutschland zusammen. In diesem Zusammenhang verwies er auf ein deutsch-tschechisches Expertentreffen zum Thema, das am 4. September in seinem Haus stattgefunden hatte. Außerdem lud er die Teilnehmer herzlich zu der internationalen Konferenz „Hydrogen Days“ ein, die vom 27. bis 29. März in Prag stattfinden wird.

Staatssekretär Wittke

Oliver Wittke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, vertrat die Bundesregierung und versprach weitere politische und auch finanzielle Unterstützung für das Thema. Regionen, die vom Ausstieg aus der Kohle betroffen sein werden (Lausitz, Rheinland, …), eignen sich als Standorte für die Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren. Die Anstöße dafür müssten natürlich aus der Wirtschaft kommen.

Werner Diwald

Sektorenkopplung war das Kernthema der Ausführungen des DWV-Vorsitzenden Werner Diwald. Strom muss mehr und mehr und am Ende völlig aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Aber mit der Stromwende alleine ist es nicht getan. Erstens braucht man große Speicher, um die Schwankungen des Angebots auszugleichen, und zweitens müssen Wärme, Mobilität und Industrie einbezogen werden. Ein Schlüssel dafür ist Elektrolyse, um Strom in den chemischen Speicher Wasserstoff umzusetzen. Angesichts der Prognosen für den Bedarf an Elektrolyseleistung in der Zukunft (200 GW bis 2050) darf beim Aufbau der dafür erforderlichen Kapazitäten keine Zeit verloren werden.

Gerald Linke (l.), DVGW, während der Podiumsdiskussion

In einer abschließenden Podiumsdiskussion, an der auch Vertreter von Siemens, Uniper und Thyssenkrupp teilnahmen, hob der DVGW-Vorstandsvorsitzende Gerald Linke die Bedeutung hervor, die das Thema für die existierende Gaswirtschaft hat. Auch sie stehe vor einem Umbruch in Richtung grünes Gas, könne aber eine hervorragende, bereits existierende Infrastruktur und jede Menge ausgezeichnet geschulter Menschen zur Verfügung stellen. Einigkeit herrschte darüber, dass alles nur gelingen kann, wenn von staatlicher Seite her die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden; das war ein Aufruf nicht nur an Berlin, sondern auch an Brüssel.

Blick in den Saal

Im Übrigen herrschte unter allen Anwesenden Übereinstimmung darüber, dass Budweiser Bier nicht nur Energie liefert, sondern auch gut für die Stimmung ist.

Umfassende Wasserstoff-Strategie muss her – Workshop in Düsseldorf


Am 29. Oktober veranstaltete der DWV in Kooperation mit der Clean Energy Partnership und dem Bundestagsabgeordneten Andreas Rimkus in Düsseldorf den ersten gemeinsamen SPD-Workshop mit dem Titel „Grüne Wasserstoffindustrie – Chancen und Potentiale für den deutschen Arbeitsmarkt“. Es nahmen Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Verkehrsunternehmen, Automobilwirtschaft, der Carsharing-Branche, der Energiebranche und der Energieagentur NRW sowie der Kommunalverwaltung teil.

Ziel der gemeinsamen Veranstaltung war es, den absehbaren Markthochlauf in der grünen Wasserstoffindustrie in seiner Komplexität zu erfassen, um seine Umsetzung zielführender begleiten zu können. Insbesondere die zukünftige energiewirtschaftlich zentrale Rolle des Wasserstoffs, aber auch die mit einer konsequenten Markteinführung der Wasserstoffindustrie verbundenen enormen industriepolitischen Chancen wurden sehr deutlich herausgearbeitet.

Zum Abschluss wurde ein Appell für eine umfassende industriepolitische Wasserstoffwirtschafts-Strategie verfasst.