Grüne Wasserstoff-Industrie – Lösung für den Strukturwandel?; Parlamentarischer Abend des DWV


Anschauliches vor der der Tür: Brennstoffzellenautos verschiedener Marken

Berlin, 12. November 2018 – Wasserstoff und Sektorenkopplung sind zwei Elemente, ohne die die Energiewende nicht gelingen wird. Diese Erkenntnis setzt sich immer mehr durch, und auch die etwa 100 Teilnehmer des Parlamentarischen Abends des DWV am 8. November in der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin teilten diese Meinung.

Botschafter Tomáš Jan Podivínský

Botschafter Tomáš Jan Podivínský hob bei der Begrüßung der Teilnehmer die Bedeutung hervor, die das Thema seit einiger Zeit auch in seinem Land genießt. Staat, Wirtschaft und private Körperschaften wirken dabei zusammen und arbeiten auf verschiedenen Ebenen auch mit Deutschland zusammen. In diesem Zusammenhang verwies er auf ein deutsch-tschechisches Expertentreffen zum Thema, das am 4. September in seinem Haus stattgefunden hatte. Außerdem lud er die Teilnehmer herzlich zu der internationalen Konferenz „Hydrogen Days“ ein, die vom 27. bis 29. März in Prag stattfinden wird.

Staatssekretär Wittke

Oliver Wittke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, vertrat die Bundesregierung und versprach weitere politische und auch finanzielle Unterstützung für das Thema. Regionen, die vom Ausstieg aus der Kohle betroffen sein werden (Lausitz, Rheinland, …), eignen sich als Standorte für die Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren. Die Anstöße dafür müssten natürlich aus der Wirtschaft kommen.

Werner Diwald

Sektorenkopplung war das Kernthema der Ausführungen des DWV-Vorsitzenden Werner Diwald. Strom muss mehr und mehr und am Ende völlig aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Aber mit der Stromwende alleine ist es nicht getan. Erstens braucht man große Speicher, um die Schwankungen des Angebots auszugleichen, und zweitens müssen Wärme, Mobilität und Industrie einbezogen werden. Ein Schlüssel dafür ist Elektrolyse, um Strom in den chemischen Speicher Wasserstoff umzusetzen. Angesichts der Prognosen für den Bedarf an Elektrolyseleistung in der Zukunft (200 GW bis 2050) darf beim Aufbau der dafür erforderlichen Kapazitäten keine Zeit verloren werden.

Gerald Linke (l.), DVGW, während der Podiumsdiskussion

In einer abschließenden Podiumsdiskussion, an der auch Vertreter von Siemens, Uniper und Thyssenkrupp teilnahmen, hob der DVGW-Vorstandsvorsitzende Gerald Linke die Bedeutung hervor, die das Thema für die existierende Gaswirtschaft hat. Auch sie stehe vor einem Umbruch in Richtung grünes Gas, könne aber eine hervorragende, bereits existierende Infrastruktur und jede Menge ausgezeichnet geschulter Menschen zur Verfügung stellen. Einigkeit herrschte darüber, dass alles nur gelingen kann, wenn von staatlicher Seite her die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden; das war ein Aufruf nicht nur an Berlin, sondern auch an Brüssel.

Blick in den Saal

Im Übrigen herrschte unter allen Anwesenden Übereinstimmung darüber, dass Budweiser Bier nicht nur Energie liefert, sondern auch gut für die Stimmung ist.